Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Alles für den Schönheitswahn?

Titelbild des Buches

von Sarah N. Harvey

Übersetzung aus dem Amerikanischen mit dem Titel: Plastic

(aus der Reihe action)

 

ISBN 978-3-86760-137-5

 

ca. 100 Seiten

€ 4,90

 

Begleitheft mit Materialien und Kopiervorlagen

 

ISBN 978-3-86760-437-6

 

€ 7,99

 

www.hase-und-igel.de


Die Reihe action des Hase und Igel Verlages ... weiterlesen

Jacks beste Freundin Leah bekommt zu ihrem 16. Geburtstag von ihrer Mutter eine Brustvergrößerung geschenkt. Leahs Mutter, die sich regelmäßig von dem Schönheitschirurgen Dr. Myers behandeln lässt, findet es normal, dass man der Natur nachhilft.
Jack, der in einem eher progressiven Elternhaus erzogen wurde, ist über das Geschenk entsetzt und versucht, die OP zu verhindern. Er recherchiert im Internet, startet einen Blog und beschließt vor der Praxis Dr. Myers, der Leah operieren soll, im Alleingang eine Plakat-Protestaktion gegen Schönheitsoperationen an Minderjährigen zu starten. Seine Mutter, die schon selbst an vielen Protestaktionen mitgewirkt hat, unterstützt ihn dabei.
Die Medien werden schnell auf die Aktion aufmerksam. Jack genießt zunehmende Popularität  an seiner High-School.
Als Leah, die sich mit Jack wegen der geplanten Operation zerstritten hat, eines Tages nicht mehr zur Schule kommt, denkt Jack, dass ihr Fehlen mit der Brustvergrößerung zusammenhängt.  Es stellt sich dann aber heraus, dass sie bei Dr. Myers an der Nase operiert wurde, die bei einem Ballspiel verletzt wurde. Beim Wiedersehen wirft Leah Jack vor, dass er ihre Fähigkeit, die richtige Entscheidung zu fällen, falsch eingeschätzt hat. Beide vertragen sich wieder.
Dr. Myers gibt dem Druck der Öffentlichkeit nach und verkündet, dass er ab sofort keine Minderjährigen mehr operieren wird.
Parallel zu dieser Handlung, die Jacks friedlichen Protest zeigt, ist ein Handlungsfaden mit Jacks  älterem Bruder Mike eingewoben, der zu radikalen Protestaktionen neigt und am Ende verhaftet wird.

Das dicht gedrängte Geschehen ist aus der Perspektive Jacks als Ich-Erzähler geschrieben. Er fungiert vor allem als Aufklärer. Immer wieder haben seine Äußerungen den Charakter eines  Sachtextes. Die eigentlich spannendere Perspektiven Leahs und ihrer Mutter fehlen dagegen.
Obwohl auch hierzulande die Zahl von Schönheitsoperationen steigt, ist die Geschichte sehr amerikanisch. Jugendliche in Deutschland dürfen sich per Gesetz erst behandeln lassen, wenn sie volljährig sind. Ob Schüler/innen sich mit den Protagonisten deshalb identifizieren können, ist für mich fraglich.

Das Buch ist kurz – die Sprache aber, vor allem der Wortschatz,  anspruchsvoll.  Es gibt keine Form von Textoptimierung. Es ist somit nur für lesestarke Hörgeschädigte geeignet.

 

Erfurt, im Mai 2015
Kathleen Wengler

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