Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Anna und Tim beim Arzt
Eine Gebärdenfibel für Kinder von Ulrike Marohl, Tinka Lorenzen und Ute Münchberger
ISBN 978-3-924055-41-7

Titelbild des Buches

 

7.- € zuzüglich Versandkosten

 

Verlag hörgeschädigte Kinder gGmbH

Anna und Tim beim Arzt ist analog den beiden bereits erschienenen Gebärdenfibeln Unser Tag und Mit Anna und Tim durch das Jahr aufgebaut. Es ist in vier Kapitel gegliedert:

    • Unser Körper
    • Schmerzen
    • Beim Arzt
    • Allgemeine Gebärden

Die drei ersten Kapitel beginnen mit einer Doppelseite, die das jeweilige Kapitel einläutet. Wieder hat jedes Kapitel seine eigene Farbe, in der dann auch die Pfeile für die Ausführung der Gebärden gezeichnet sind. Nach dieser einführenden Doppelseite – noch ohne Gebärden – folgen bis zu 24 Seiten mit Gebärden. Sie umfassen eine Zeichnung, die sich auf den Wortinhalt bezieht,  die dazu gehörige Gebärde und das Wort. Bei dem Kapitel „Körper" sind zu den Körperteilen oft noch die dazu passenden Verben und Verbgebärden abgedruckt. So z. B. bei „Ohr" „hören", bei „Haut" „fühlen" oder bei „Nase" „atmen".  Bei anderen Seiten finden sich in einer Fußnote Anmerkungen, wie analoge Gebärdebildungen vorzunehmen sind, so z.B. bei „Kinderarzt" die Analogiebildung „Ohrenarzt" oder „Zahnarzt".

Das Kapitel „Allgemeine Gebärden" enthält Begriffe, die zu diesem Thema „Arzt" unbedingt dazu gehören: bisschen aushalten, schnell vorbei, müssen, dürfen u. Ä.  Neben Nomen und Verben finden sich auch wieder Adjektive und, wie die vorherigen Beispiele schon zeigen, auch kleine Wendungen. Die Gebärdenfibel enthält zum Abschluss wieder einen Abschnitt „Wir lesen" mit kleinen Sätzen, die  man im Gespräch mit einem kleinen Kind notwendig braucht: „Der Doktor misst Fieber.", „Tim fühlt sich schlapp." oder „Mama holt ein Pflaster.". Wieder sind die Wörter, die in den Hauptkapiteln nicht vorkommen, mit kleinen Gebärdenzeichnungen über dem Text versehen. Den Abschluss bildet wieder eine alphabetische Liste aller in den Hauptkapiteln vorkommenden Wörter.

Die intendierte Zielgruppe sind wiederum – wie bei den vorangegangenen Gebärdenfibeln – Kinder im Vorschul- und Einschulungsalter. Genauso gilt das bereits für die zuvor erschienenen Büchlein Gesagte: Es kann sich nur um solche Kinder handeln, die nicht oder nur sehr wenig gebärden(sprach-)kompetent sind. Für gebärden(sprach-)kompetente Kinder ist das Buch nicht anspruchsvoll genug. Für jüngere Kinder, d. h. solche, die noch nicht zur Schule gehen und die gerade erst beginnen, Gebärden zu lernen, ist das Büchlein als Lerneinstieg geeignet – genauso wie für Eltern und andere Familienangehörige. Hier bietet es den gleichen Vorteil wie auch „Unser Tag" und „Mit Anna und Tim durch das Jahr": Oma und Opa, die Nachbarin oder auch Eltern mit einer anderen Muttersprache als Deutsch werden nicht durch eine Themen- und Vokabelfülle abgeschreckt.

Eine Live-Darbietung der abgebildeten Gebärden in einem Gebärdenkurs – oder auch auf einer CD-ROM – ist allerdings für Anfänger/innen unabdingbar, bevor mit dem Buch geübt werden kann.  

Für besonders gelungen erscheint die Verbindung von Nomen- und Verbgebärden und die Aufnahme zahlreicher Adjektive zu diesem Thema.

 

Frankenthal, im April 2009

Dr. Renate Poppendieker

 

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