Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen



 

Annas Spuren

Ein Opfer der NS „Euthanasie“

 

Kurzfassung in Einfacher Sprache

 

Sigrid Falkenstein

Spaß am Lesen Verlag, Münster, 2015

 

ISBN 978-3-944668-40-6

 

€ 10,00

 

www.spassamlesenverlag.de

 

Dieses Buch ist eine Bearbeitung des Buches Annas Spuren. Ein Opfer der NS-„Euthanasie“ von Sigrid Falkenstein. Für die Bearbeitung in Einfacher Sprache ist Andreas Lindemann verantwortlich.

In kurzen 55 Seiten wird das Schicksal von Anna Lehnkering, die im Alter von 24 Jahren von den Nazis getötet wurde, dargestellt. Anna ist geistig behindert und wird aufgrund des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses zuerst zwangssterilisiert und dann später vergast.

Die Autorin ist die Nichte Anna Lehnkerings und durch einen Zufall auf das Schicksal ihrer Tante aufmerksam geworden.

Das Buch teilt sich auf in 22 Kapitel, ein Nachwort und eine Wörterliste, in der im Text unterstrichene schwierige Wörter und Ausdrücke erklärt werden.

Die kurzen Kapitel des Buches, jeweils nur 2 bis 3 Seiten,  zeichnen sich durch eine klare und einfache Satzstruktur aus.

Die Regel: Ein Satz - eine Aussage wird fast durchgängig eingehalten.

Die Formulierungen des Buches orientieren sich an der Alltagssprache.  Schwierige Wörter und Ausdrücke werden auf den letzten Seiten des Buches erklärt.

Das Buch ist aufgrund seiner guten Strukturierungshilfen und seiner einfachen Formulierungen auch für leseschwache hörgeschädigte Schüler/innen zu empfehlen.

Leider ist der Erzählstil des Buches, aufgrund der Benutzung von Einfacher Sprache, eher nüchtern aneinanderreihend und wenig emotional. Möglicherweise  hat der Stil aber auch bei der Kürzung der Originalausgabe von 192 Seiten auf die hier vorgelegte Kurzfassung gelitten.

Thematisch ist das Buch sehr dicht an der Lebenswirklichkeit  vieler „taubstummer“ Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus, denn auch diese fielen unter das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und waren deswegen ebenso von Zwangssterilisation und Vergasung bedroht.

 

Heidelberg, im November 2016

Dieter Reitemeyer

 

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