Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Bibbi & Bobbo - Freunde für immer
Bilderbuch von Peter Kaiser und Pamela Maringer

Ein Gemeinschaftsprojekt der Volksschule und der Lebenswelt Pinsdorf

Titelbild des Buches

ISBN 978-3-942229-89-0
15,00 €

34 Seiten, Hardcover

 

zu beziehen über: net-Verlag

Das Bilderbuch Bibbi & Bobbo – Freunde für immer erzählt, wie die beiden sich im Wald beim Pilze Suchen begegnen. Bibbi wundert sich, dass Bobbo nicht auf seinen Guten-Morgen-Gruß reagiert, zeigt sich dann aber sehr verständnisvoll, als er bemerkt, dass Bobbo taub ist. Wenig später taucht ein lärmendes Monster, von Bobbo zunächst unbemerkt, auf. Beide haben Angst, aber Bobbo löst die Spannung, indem er dem Monster einen Steinpilz anbietet. Das Monster ist überglücklich. Endlich trifft es Wesen, die keine Angst vor ihm haben, weil es so groß ist. Es lädt die beiden zum Essen in seine Höhle ein.

 

Das Buch entstand im Rahmen eines Projektes. In einem Vorwort wird dieses Projekt zwischen Kindern und Gehörlosen geschildert. Unterschiedliche Kindergruppen gestalteten die drei Protagonisten. Die graphische Hintergrundgestaltung erfolgte durch professionelle Graphiker/innen. Auf der jeweils rechten Seite ist das Geschehen in einem farbigen Tuschbild dargestellt und der deutsche Text abgedruckt. Auf der linken Seite ist eine ÖGS-Version abgedruckt. Diese besteht aus farbigen Gebärdenzeichnungen, die jeweils mit einer, in der Regel vereinfachten Glosse, unterlegt ist.

 

Diese Publikation enthält mehrere problematische Punkte:

  • Wie jede Übersetzung von einer Sprache in eine andere gibt es immer mehrere Möglichkeiten. In diesem Fall gibt es aber mehrere Stellen, an denen die ÖGS-Fassung ungenau ist oder auch Inhalte weglässt.
  • Die ÖGS-Version geht teilweise über eine Seite hinaus, wird also auf der folgenden Seite fortgesetzt, obwohl  auf der gegenüberliegenden Seite schon ein neuer deutscher Textabschnitt beginnt.
  • Die Gebärdenzeichnungen sind für Menschen, die keine oder nur wenig (Österreichische) Gebärdensprache beherrschen, schwer erkennbar und kaum korrekt nachzumachen. Kennt man die ÖGS oder DGS gut und weiß auch eine Glossenumschrift zu interpretieren, fällt es einem nicht schwer, den Text selber adäquat zu gebärden.
  • Eine Glossenumschrift ist keine Gebrauchsschrift, sondern z. Zt. nur ein Hilfsmittel. Je genauer diese Umschrift ist, desto umfangreicher ist ein Eintrag. Sicherlich haben die Verfasser/innen sich deshalb für eine vereinfachte Form entschieden. Damit fallen aber Informationen für non-manuelle Komponenten weg. Diese müssen dann von den Leser/innen selber ergänzt werden.
  • Die farbigen Gebärdenzeichnungen sind auf einem ebenfalls farbig gestalteten Hintergrund abgedruckt. Dies erschwert ihre Wahrnehmung.
  • Zeilenende und Phrasenende fallen oft nicht zusammen. Dies kann für schwache Leser/innen zu Schwierigkeiten führen.
  • Bei der ausgewählten Drucktype handelt es sich um die Österreichische Schuldruckschrift.

 

Heidelberg, im April 2013

geändert: München im Mai 2016

Dr. Renate Poppendieker

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