Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Das Bettelarmband

Cover des Buches

(Kurzstreckenleser aus der Werkreihe Texte.Medien)
ab Klasse 6 

von Monika Severith

Schroedel Verlag 2008
ISBN: 978-3-507-47070-5

 

144 Seiten

 

6,50 €

 

www.schroedel.de

Das Konzept der Reihe Kurzstreckenleser ... weiterlesen

Sara will Madonna genannt werden und ist neu in der Klasse. Mit ihren strähnigen Haaren und den dünnen Beinen findet Clemens sie zunächst abstoßend und reagiert wenig begeistert, als sie vom Lehrer neben ihn gesetzt wird. Clemens ist selbst Außenseiter in der Klasse und wird aufgrund seiner guten Leistungen von seinen Mitschülern gemobbt. Sein Bild von Sara wandelt sich erstmals, als sie ihm gegen seine Klassenkameraden zu Hilfe eilt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die aber von vielen Geheimnissen geprägt bleibt. So gelingt es Clemens nicht, dahinter zu kommen, warum Sara oft so verschlossen ist. Auch ihre blauen Flecken und Verletzungen erklärt sie nicht genauer. Trotzdem kommen sich die beiden näher und lernen auch, dem anderen seinen persönlichen Freiraum zu lassen. Schließlich ist es Clemens Fürsorge und Nachdruck zu verdanken, dass Sara, aus ihrem Elternhaus, in dem sie misshandelt wird, gerettet wird.

 

Die Lektüre setzt sich mit dem schwierigen Thema der Kindesvernachlässigung und -misshandlung auseinander. „Das Bettelarmband“ erzählt die Geschichte der nach außen so selbstsicher wirkenden Sara, die in dem ruhigen Clemens einen Freund gefunden hat, dem sie vertraut. Die Autorin beschreibt eine Freundschaft, die sich über Vorurteile und soziale Unterschiede hinwegsetzt und greift eine aktuelle und für Jugendliche gut gewählte und ansprechende Thematik auf.

 

Die Zeitsprünge und Ortswechsel zwischen den einzelnen Kapiteln sind zum Teil sehr groß und verlangen eine große Aufmerksamkeit und hohe Lesekompetenz, um dem Geschehen durchgehend folgen zu können. Viele inhaltliche Zusammenhänge werden nur kurz angedeutet und es bleibt dem Leser überlassen, sie sich selbst zu erschließen. Die Gedanken und Gefühle der Hauptpersonen werden oft auch nur kurz angerissen und erfordern ebenfalls ein hohes Maß an Inhaltsverständnis vom Leser.

 

Die Arbeitsaufträge und weiterführenden Anregungen am Ende der einzelnen Kapitel sind zum Teil sehr anspruchsvoll. Sie gehen über die Geschichte hinaus und verlangen zur Bearbeitung ein gutes, umfassendes Textverständnis.

 

Die vom Schroedel-Verlag für die Reihe Kurzstreckenleser genannten Kriterien einer übersichtlichen Raum- und Zeitgestaltung treffen für diesen Band nicht zu.

Aus diesem Grund ist dieses Buch als Lektüre für hörgeschädigte Schüler mit geringer Lese- und Sprachkompetenz nicht zu empfehlen.

 

Hamburg, im November 2013

Ulrike Schmid

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