Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

 

Der Leserabe - 1. Lesestufe

Bild der Lesereihe

Lektüren für Leseeinsteiger

 

Verlag: Ravensburger

 

Die Reihe „Der Leserabe“ beinhaltet eine Fülle an Büchern mit kurzen kindgerechten Geschichten für Kinder unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Lesekompetenz. Die Texte sind meist sehr ansprechend und liebevoll illustriert. Am Schluss der Geschichten gibt es noch verschiedene Leserätsel.

Die Bücher haben einen hohen Aufforderungscharakter und motivieren die Kinder zum Selbstlesen. Die Sätze und Abschnitte sind kurz und überschaubar. So wird vermieden, dass Leseanfänger von einem zu großen Textumfang abgeschreckt werden.

 

Die Reihe bietet auch Bücher, die mit der Silbenmethode arbeiten. Hier ist der Text zweifarbig gedruckt, sodass die Silbenstruktur der Wörter visuell erkennbar ist.

 

 

Empfehlung für den Einsatz bei hörgeschädigten Schülern:

Die Sprache der Leserabengeschichten ist altersgemäß, setzt jedoch auch einen entsprechenden Wortschatz und ein ebensolches Textverständnis voraus. Es gibt Wörter und Ausdrücke, die gut hörenden Kindern automatisch bekannt sind, die jedoch für Hörgeschädigte dieser Altersstufe ein Problem darstellen können. Wenn man sich für den Einsatz eines solchen Buches bereits in den Eingangsklassen entscheidet, muss gut abgewogen werden, ob sich hörgeschädigte Schüler davon nicht eher entmutigen lassen. Hier müsste eine Textoptimierung erfolgen.

In höheren Jahrgangsstufen, wenn die Schüler über eine größere Sprach- und Lesekompetenz verfügen, können diese Texte und Bücher von den hörgeschädigten Schülern zunehmend selbstständig erlesen werden.  Problematisch ist hierbei aber, dass die Bücher dann vom Inhalt für die älteren Schüler meist nicht mehr interessant sind.

 

Für gehörlose Kinder, die gebärdensprachlich orientiert unterrichtet werden, stellt die Silbenmethode eine Erschwernis dar.

Für hörgeschädigte Schüler, die lautsprachlich orientiert erzogen werden, ist die Silbenmethode dagegen eine Erleichterung, da die Wörter optisch strukturiert sind.

 

Heidelberg, im April 2013

Ulrike Schmid

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