Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Der letzte Tag des Johnny W.

Titelbild vom Buch

(aus der Reihe action)

von Ulli Schubert

ISBN 978-3-86760-126-9

Erscheinungsjahr 2011

€ 4,95 zzgl. Versandkosten

 

Der letzte Tag des Johnny W.

Begleitheft mit Materialien und Kopiervorlagen
von Annette Huppertz

ISBN 978-3-86760-426-0

€ 12,95

 

www.hase-und-igel.de

Die Reihe action des Hase und Igel Verlages ... weiterlesen

Der Schüler Johnny lebt seit einiger Zeit alleine, sein Vater finanziert ihm eine kleine Wohnung, möchte aber ansonsten nicht viel mit seinem Sohn zu tun haben, da dieser eine große Enttäuschung für ihn ist. Johnny, selbst davon überzeugt, dass er nichts kann, ist schwer alkoholabhängig, besucht die Schule nur selten, die Wohnung ist komplett verwahrlost und finanziell hat Johnny auch immer große Sorgen. Den Großteil seines übermäßigen Alkoholkonsums ermöglicht er sich durch Trinkspiele in einer seiner drei Stammkneipen.

„Der letzte Tag des Johnny W.“ beginnt damit, dass Johnny mittags mit einem schweren Kater in seiner Wohnung aufwacht. Er kann sich nicht mehr erinnern, was am Abend vorher geschehen ist und bekommt einen gewaltigen Schreck, als er bemerkt, dass er zusätzlich zu seiner schlechten Verfassung auch noch blutverschmiert ist. Als seine Mitschülerin Saskia vor der Tür steht und ihm Hilfe anbietet, weist er diese aus Scham zurück.

Das Erwachen an diesem Tag bringt Johnny jedoch dazu, endlich einmal über sein Leben nachzudenken und in ihm wird der Wunsch nach einem geregelten, alkoholfreien Leben immer lauter. Er beschließt, mit dem Alkohol aufzuhören, seine Wohnung aufzuräumen, seine Wäsche zu waschen und die Schule regelmäßig zu besuchen. Während er diese guten Vorsätze fasst, machen sich aber gleichzeitig starke Entzugserscheinungen bemerkbar. Er fühlt sich so nicht in der Lage, sein neues Leben zu beginnen. Also beschließt er einen Kiosk zu überfallen, um mit dem erbeuteten Geld dann das Startkapital (für Essen, Kleidung, Waschsalon, etc.) für seinen Neuanfang zu besitzen. Außerdem benötigt er Alkohol, um seine Entzugserscheinung in den Griff zu bekommen.

Der Überfall misslingt, Johnny wird erwischt und niedergeschlagen. Mit viel Glück kann er entkommen und sucht schließlich seine Mitschülerin Saskia auf, um sich nun doch von ihr helfen zu lassen. Saskia nimmt ihn bei sich auf, macht ihm etwas zu essen und hört ihm lange und ruhig zu, als Johnny erstmals von seinem Leben und seinen Problemen erzählt.

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu seiner Wohnung, um dort aufzuräumen. Dabei entdeckt Saskia auch den Grund für das getrocknete Blut an diesem Morgen. Offensichtlich hat Johnny in der Nacht zuvor, als er betrunken und frustriert nach Hause kam, sein Meerschweinchen getötet, weil er das hungrige Fiepen des Tieres nicht aushalten konnte.

Saskia ist nun so schockiert, dass sie Johnny in seiner Wohnung zurücklässt, nicht ohne den Hinweis, dass er sich unbedingt Hilfe holen muss. Die Geschichte endet offen mit Johnny, der schockiert und am Boden zerstört in der Wohnung zurückbleibt.

 

Das Buch behandelt das Thema „Alkoholsucht“ auf eindrucksvolle Art. Der Leser erfährt anhand von Johnnys Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen, was für weitreichende Folgen übermäßiger Alkoholkonsum haben kann. Die Ausweglosigkeit, in der Johnny sich befindet und seine Verzweiflung lassen den Leser mitfühlen und wirken gleichzeitig abschreckend.

 

Zur Lektüre gibt es vom Verlag ein Begleitheft mit Kopiervorlagen. Diese setzen verschiedene Schwerpunkte in der Arbeit mit der Lektüre. Ein Teil der Kopiervorlagen dienen der vertieften Auseinandersetzung mit der Geschichte und sichern das Textverständnis. Darüber hinaus bietet das Begleitheft Arbeitsblätter mit Informationen zu den Themen Alkohol, Sucht und Diebstahl. Neben Sachinformationen kommen auch die psychischen und sozialen Folgen der Sucht zur Sprache und es werden Möglichkeiten erörtert, wie man sich davor schützen kann in Abhängigkeiten zu geraten.

 

Das Buch ist in der Er-Erzähler-Perspektive geschrieben und enthält lange Passagen der Erlebten Rede. Die Erzählzeit ist das Imperfekt. Die Satzstruktur ist durch teilweise lange Sätze kompliziert. Auch die Begleitmaterialien sind sprachlich anspruchsvoll. Dies alles führt dazu, dass leseschwache Schüler bei dieser Lektüre selbst mit zusätzlichen Hilfestellungen überfordert sind.

 

Essen, im November 2014

Ulrike Schmid

Zurück