Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

 

Die Entdeckung der Currywurst

Titelbild des Buches

 

Graphic Novel von Isabel Kreitz

nach einem Roman von Uwe Timm

mit einem Nachwort von Frank Giese

 

62 Seiten

€ 12,90

ISBN 978-3-551-78183-4

 

Verlag: Carlsen

Sprache: Deutsch

Der Roman von Uwe Timm erzählt, wie Lena Brücker kurz nach dem 2. Weltkrieg in Hamburg die Currywurst kreierte. Sie hatte auf dem Großneumarkt lange eine Bude, in der sie u. a. ihre berühmte Currywurst verkaufte. Der Ich-Erzähler der Novelle sucht eines Tages diese Gegend auf. Hier hatte er als kleiner Junge mit Lena Brücker im gleichen Haus gewohnt. Jedes mal, wenn er nach Hamburg kommt, besucht er die Bude und isst dort eine Currywurst. Doch eines Tages ist die Bude verschwunden und Lena Brückers Name steht nicht mehr auf dem Klingelschild. Der Ich-Erzähler findet ihren Aufenthalt in einem Pflegeheim heraus und besucht sie dort, mit der Absicht, herauszufinden, wie es zu der Entdeckung der Currywurst kam. Siebenmal besucht er Frau Brücker im Heim und so erfährt er nach und nach die Geschichte von dem Deserteur Bremer, der gegen Ende des Krieges bei ihr Unterschlupf gefunden hatte und der ihr Geliebter wurde und wie es durch Tauschhandel zu der Lieferung von Curry kam, das die Grundlage der Sauce zur Wurst wurde.

 

Isabel Kreitz folgt der Erzähllinie des Romans, lässt aber längere Passagen weg. Dies sind vor allem solche, die das Gedankenleben von Bremer wiedergeben: tagsüber allein in der Wohnung von Lena Brücker sich möglichst unauffällig verhaltend, nachts im Bett, wenn ihn Erinnerungen oder Ängste plagen. Kennt man die Novelle oder liest diese parallel zum Comic, fallen einem viele Informationen auf, die in den Panels gegeben werden. Die Schwarz-weiß-Zeichnungen geben ein anschauliches Bild von den Gegebenheiten im von Bomben zerstörten Hamburg.

Eine Lektüre im Unterricht durch hörgeschädigte Schüler/innen ist vorstellbar. Vor allem für leseschwächere hörgeschädigte Schüler/innen dürfte das Misching, der Hamburger Dialekt,  der häufig von den Personen gesprochen wird, eine Hürde bilden.

 

Hamburg, im November 2013

Dr. Renate Poppendieker

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