Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

 

Die schwarze Spinne

Titelbild des Heftes

 

 

Ein Leseprojekt nach Jeremias Gotthelf
für die Schule bearbeitet von Diethard Lübke

 

aus der Reihe: ... einfach klassisch

für 9. und 10. Klasse

 

Schülerheft, kartoniert: 80 Seiten

Preis: 3,95 €

 

Verlag: Cornelsen (2005)

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3-464-60948-4

 

 

Das Konzept der Reihe ... einfach lesen  ... weiterlesen

Rahmenhandlung: Ein Großvater erzählt während einer Tauffeier in einem Bauernhof  den versammelten Gästen die Geschichte eines auffallend schwarzen Fensterpfostens.


Die beiden Binnenerzählungen: Ausgelöst durch einen in der Not geschlossenen Pakt mit dem Teufel wird eine bäuerliche Gemeinschaft im Abstand von 200 Jahren von der schwarzen Spinne  (symbolisch: die Pest) heimgesucht.  Die Dorfbewohner verweigern dem Teufel immer wieder die versprochene Gegenleistung des Vertrages, ein ungetauftes Kind, und bezahlen dafür mit ihrem Hab und Gut oder gar mit ihrem Leben.  Wie in der ersten Rahmenhandlung gelingt es auch in der zweiten einem besonders gottesfürchtigen  Menschen, die Spinne in ein Loch in einem Balken zu sperren und somit den Fluch  auf das Dorf zu bannen.
Die Novelle hat eine komplexe Erzählstruktur, die auch durch die Darstellung unterschiedlicher Charaktere der Dorfbewohner und der Stellung einzelner im sozialen Gefüge bedingt ist. Die Handlung bleibt damit nicht nur im Schwarz-Weiß vom Göttlich-Teuflischen, sondern bietet aktuelle Diskussionspunkte  über Fragen von Schuld und Ausgrenzung einzelner.

Die Anpassung der Sprache an das aktuelle Deutsch war bei diesem Werk besonders wichtig, da das Original, trotz Annäherungsbemühungen Gotthelfs an das Hochdeutsch des 19. Jahrhunderts, stark von Wörtern und Wendungen des Schwyzer Dütsch geprägt ist.


Die Fassung dieser Novelle verlangt eine gute Lesekompetenz: Die Sätze sind oft sehr lang, z.T. ungewöhnlich in ihrer Struktur und enthalten viele selten gebrauchte Begriffe und Redewendungen. Trotz zahlreicher Erklärungen in Form von Fußnoten und Infokästen müssten für hörgeschädigte Schüler zusätzliche Wortlisten erstellt werden. Für viele Schüler/innen ungewohnt könnte auch der Wechsel zwischen Präteritum und szenischem Präsens sein.
Die aussagekräftigen Illustrationen von Klaus Ensikat fördern das Einfühlen in das bäuerliche Leben und unterstützen die Sinnerfassung.

 

Hamburg, im November 2013

Kathleen Wengler

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