Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Titelbild des Buches

Die Schwestern von Sherwood


Roman von Claire Winter


ISBN: 978-3-453-29140-9

19,99 €


Diana Verlag

München 2013

Zum Inhalt (Info des Verlags):

Eine geheime Botschaft, eine verbotene Liebe, eine tödliche Schuld

1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

 

England 1881: Nach vielen entbehrungsreichen Jahren hat es Elisabeth Sherwood zusammen mit ihrem Mann John zu Geld und einem wunderbaren Anwesen in Devon gebracht. Nun sollen ihre Töchter Cathleen und Amalia ihr die Türen zur besseren englischen Gesellschaft öffnen. Als Amalia nach einer schweren Scharlacherkrankung taub wird, richtet die Mutter all ihren Ehrgeiz auf Cathleen und arrangiert eine Heirat mit Lord Edward Hampton, Sohn einer verarmten Aristokratenfamilie. Auch Amalia kennt den jungen Lord. Sie begegnet ihm häufig im einsamen Dartmoor, wo sie ausgedehnte Spaziergänge unternimmt und stundenlang malt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Dann verschwindet Amalia plötzlich. Sie sei im Moor tödlich verunglückt, heißt es. Edward und Cathleen heiraten, doch ihre Familien sind gezeichnet von dem Unglück, das mit dem Verlust Amalias über sie hereingebrochen ist, und von der Schuld, die ein jeder von ihnen auf sich geladen hat …“


Zum Einsatz im Unterricht mit Hörgeschädigten:
Der vorgestellte Roman ist weder vom Umfang noch vom Sujet geeignet, Gegenstand einer Klassenlektüre zu sein. Aufgrund seiner Thematik: ertaubte Protagonistin im historischen Kontext kann er von Lehrkräften als Leseempfehlung für geübte Leser/innen für den außerunterrichtlichen Bereich vorgestellt werden. Denkbar wäre auch eine Lektüre in Ausschnitten im Rahmen des Fachs Hörgeschädigtenkunde (o.ä.), da der Umgang mit gehörlosen Menschen im 19. Jahrhundert gut recherchiert scheint.

 

Die verwickelten Handlungsstränge des Romans springen kapitelweise in den beiden genannten Zeitebenen hin und her. Das erzeugt Spannung, erschwert aber auch die Sinnentnahme. Ausgeglichen wird dies durch eine einfache Sprache und der Erzählperspektive eines allwissenden Erzählers, der das Denken und Handeln der Figuren bis ins Kleinste beschreibt, ohne dass man sich der Mühe einer Interpretation unterziehen muss.


Berlin, im April 2014

Kathleen Wengler

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