Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Filme des Medienladens e.V.

 

Filme von G. Faul für gehörgeschädigte Menschen mit Gebärdensprache und Untertitel
Alle drei Filme liegen sowohl als DVD als auch als VHS-Kassette vor.

 

    • Ich habe die Mahnungen nicht mehr geöffnet (ein Film über Geld, Konsum und Schulden, 36 Minuten)
    • Ich küsse keinen Aschenbecher (ein Film für Jugendliche gegen Rauchen, 28 Minuten)
    • Schwangerschaft und Alkohol (ein Film über die Folgen von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft, 19 Minuten)

 

 

Einzelfilm 40.- €
Gesamtpaket 100.- €
Gesamtpaket für Bayerische Schulen 20.- €

 

zu beziehen über:

 

Medienladen e.V.
Fax: 0911-2313469

Alle drei Filme sind pädagogische Filme und für den Einsatz in der Sonderpädagogik, in Einrichtungen zur Förderung schwerhöriger und gehörloser Menschen sowie für Selbsthilfegruppen konzipiert.

 

Zum Inhalt der einzelnen Filme:

 

Ich habe die Mahnungen nicht mehr geöffnet

Anhand zweier authentischer Beispiele wird gezeigt, wie junge Menschen in die Konsumfalle geraten bzw. sich teure Statussymbole anschaffen und dafür Kredite aufnehmen, die sie nach kurzer Zeit nicht mehr bezahlen können.

 

Ich küsse keinen Aschenbecher

Anhand von zahlreichen Kurzinterviews mit Jugendlichen und einigen ausführlicher vorgestellten authentischen Beispielen wird gezeigt, dass die jugendlichen Raucher erwachsen und cool wirken wollen, dass sie in Stresssituationen zur Zigarette greifen oder wenn ihnen langweilig ist. Eine Jugendliche wird vorgestellt, die aufhört zu rauchen, als sie im Ruderverein ihren jetzigen Freund kennen gelernt hat, der keinen „Aschenbecher" küssen will.

 

Schwangerschaft und Alkohol

Ein Kinderarzt erläutert die körperlichen Anzeichen bei Neugeborenen, die signalisieren, dass die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol konsumiert hat. Eine Mutter, die während der Schwangerschaft regelmäßig trank und ihre jetzt 19 Jahre alte Tochter werden vorgestellt. Die Mutter kommt ausführlich zu Wort. Die Tochter besucht jetzt eine Sonderschule für Menschen mit geistiger Behinderung. 

 

Alle drei Filme sind sehr ähnlich strukturiert:

Zu Beginn wird in Gebärdensprache und mit Untertiteln kurz über das Thema des Films informiert. Danach erfolgen Straßeninterviews mit jungen Menschen: Wofür sie ihr Geld ausgäben, wie viel Taschengeld sie bekämen, ob sie rauchten, wenn ja, wie viele Zigaretten am Tag, wann sie angefangen hätten, ob sie Alkohol tränken, wenn ja, welche alkoholischen Getränke, wie viel und bei welchen Gelegenheiten. Danach kommen ausgewählte Jugendliche – im Falle des Alkoholfilms eine schon ältere Mutter – zu Wort.

 

Es fällt positiv auf, dass dabei von Seiten des Filmemachers kein Kommentar geliefert wird. Er lässt die Aussagen der Jugendlichen stehen, kontrastiert sie mit denen anderer Jugendlicher und liefert Sachinformationen. Alle diese gefilmten Interviews sind mit Untertiteln versehen. Diese sind umgangssprachlich gehalten, nicht wie bei vielen Fernsehfilmen der schriftsprachlichen Form angepasst. So wird hier z. B. das Perfekt und nicht das künstlich wirkende Präteritum gewählt.

 

Nach jeder Sinnsequenz erfolgt eine Wiedergabe der Informationen und Meinungen durch eine Gehörlose in DGS. Gelegentlich werden auch Erklärungen von schwierigen Fachbegriffen hinzugefügt. In zwei der Filme gibt es kurze Szenen, die aus dem Off mit einem Kommentar unterlegt sind. Diese Kommentare werden nicht untertitelt, aber in der Zusammenfassung in DGS aufgegriffen.

 

Zum Abschluss aller drei Filme kommen jeweils zwei gehörlose Jugendliche zu Wort, die sich gebärdensprachlich zu dem Thema äußern. Dies wirkt etwas aufgesetzt, wertet die Filme aber nicht ab.

 

Stellungnahme

Alle drei Filme sind in der pädagogischen Arbeit mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen gut einsetzbar. Bei dem Raucherfilm hätte ich mir gewünscht, dass die Zielgruppe jüngere Menschen gewesen wären, da die kritische Phase bekanntlich schon mit zehn, elf Jahren beginnt.

 

Negativ anmerken muss ich die schlampige Redaktion bei der Rechtschreibung der Untertitel. In allen drei Filmen wimmelt es von einem Nebeneinander alter und neuer Rechtschreibregeln, vor allem im Hinblick auf den Gebrauch von „ß" und „ss". So findet sich „daß" neben „dass", „mußte" neben „musste", innerhalb eines Satzes „beeinflußt" neben „bisschen" und „Fitnessstudio". Auch die Kommasetzung strotzt von Fehlern. Ich hätte dies nicht angemerkt, wenn es nur gelegentlich zu solchen Fehlern kommt. Aber ein Film der in der pädagogischen Arbeit eingesetzt werden soll, sollte einer gründlichen Endredaktion bei den Untertiteln unterzogen werden.

 

Heidelberg, im April 2008

Dr. Renate Poppendieker

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