Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Foto vom Buch-Cover

 

Hand in Hand die Welt begreifen


Ein Bildwörterbuch der Gebärdensprache


nach einer Idee von Sigrun Nygaard Moriggi


Gebärdenauswahl: Andreas Costrau

 

Illustrationen von Susann Hesselbarth

 

Gebärdenzeichnungen von Ulrike Jentzsch

 

ISBN 978-3-941411-26-5

 

Klett Kinderbuch, Leipzig 2010

 

www.klett-kinderbuch.de

 

Preis: 19,90 €

 

Das Buch „Hand in Hand die Welt begreifen“ mit dem Untertitel „Ein Bildwörterbuch der Gebärdensprache“ umfasst 176 Seiten. Es ist in elf Kapitel gegliedert: Der Mensch, Zu Hause, Draußen unterwegs, In der Schule, Schulfächer, Freizeit und Hobby, Sport, Ferien, Kirche und Religion, Das Jahr sowie Zukunft.

 

Jedes Kapitel besteht aus drei bis vierundzwanzig (Doppel-)Seiten. Auf jeder Seite ist ein farbig gezeichnetes Bild, um das herum thematisch passend, kleine schwarz-weiße Gebärdenzeichnungen abgebildet sind. Oft sind es fünfzehn und mehr Einträge pro Seite. Dabei sind nicht nur die sonst in solchen Gebärdenbüchern üblichen Einträge aufgenommen. So finden sich unter dem Kapitel „Der Mensch“ auf der Doppelseite „In der Pubertät“ u.a. die Gebärdenzeichnungen für nackt, Pickel, peinlich, launisch, Periode, Binde, Tampon, Erektion, streicheln, onanieren (Frau), onanieren (Mann). Oder im Kapitel „Freizeit und Hobby“ auf der Seite „Musik“ u.a. Gebärdenzeichnungen für Rock, Pop, Klassik, Rap, I-Pod, MP3-Player.

 

Im Vorwort wird hervorgehoben, dass sich dieses Buch zwar auch an Menschen mit einer Hörbehinderung richtet, aber aufgrund der Erfahrung, dass eine Sprache, in der die Hände bewegt werden, auch viele Hörende anspricht, vor allem auch an diese gedacht wurde. Hier – im Vorwort – gibt es auch eine kurze Einführung in den Hintergrund von Gebärdensprachen. Dazu werden die Pfeile in den Gebärdenzeichnungen erläutert. Und es gibt den sehr nützlichen Verweis auf eine Internetseite der Gebärdensprachschule des gehörlosen Mitarbeiters dieses Buches, Andreas Costrau. Hier kann man alle und z. T. noch mehr Gebärdenzeichen, die in diesem Buch abgebildet sind, als Quicktimefilm in Bewegung sehen. Damit ist für die Problematik von statischen Gebärdenzeichnungen, wie eine Gebärde denn nun tatsächlich ausgeführt wird, für Leute, die diese Gebärde noch nie gesehen haben, eine Lösung gefunden worden. Die entsprechende Seite – www.gebaerdenservice.de – unter der Rubrik „Hand in Hand“ ist identisch gegliedert wie das Buch.

 

Ich bin von diesem Buch begeistert. Es gehört in jede Schule, in jede Grundschulklasse, die von einem Kind mit Hörschaden besucht wird und auch in jedes Elternhaus mit einem Kind mit Hörschaden, das unter zehn Jahre alt ist.

 

Essen, im April 2011

 

Dr. Renate Poppendieker

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