Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Hannes kann es
Eine Geschichte zum Schauen, Reimen und Gebärden

 

von Ellen Schwarzburg-von Wedel

Titelbild des Buches

ISBN 978-3862377046
19,50 €

 

zu beziehen über: Projekte-Verlag Cornelius

"Der kleine Hannes spielt gerne Wörter spucken und möchte nun die Umkehrung versuchen: das Wörter schlucken. Er wettet, dass er jeden Tag ein Wort herunterschlucken kann. Aber nur ein kleines unausgesprochenes Wort kann große Folgen haben. Und so führt sein Selbstversuch während einer ganzen Woche zu etlichen Missverständnissen. Endlich wollen seine Hände die Rückschläge nicht mehr mit ansehen und übersetzen alle verschluckten Wörter in Gebärden.“ (aus dem Covertext)

 

Die Geschichte ist in Reimform geschrieben, die Bilder sind bunt und phantasievoll gestaltet. Auf jeder Seite sind markante Wörter aus der Geschichte in Gebärdenbildern gezeichnet. Ein umfangreiches Gebärdenverzeichnis am Ende des Buches bietet darüber hinaus Möglichkeiten, die Geschichte beim Vorlesen visuell zu unterstützen.

 

Die Schauplätze in der Geschichte sind sehr verschieden und ohne wirklichen Zusammenhang. So ist Hannes zu Beginn ein ganz normaler Junge, der mit seiner Mutter frühstückt und zur Schule geht. Gleich danach brennt die Schule jedoch ab und ab diesem Zeitpunkt wechseln die Orte von einer Drachenbegegnung über eine Hexenküche bis hin zu einem Schlossgarten, in der Hannes dann einer Königstochter begegnet. Die einzelnen Plätze haben aber nichts miteinander zu tun und man fragt sich, warum Hannes denn genau hier und nicht woanders ist. Die Zusammenhänge sind sehr abstrakt und könnten Kinder der Alterszielgruppe überfordern.

 

Der Aspekt der Gebärden spielt keine tragende Rolle in der Geschichte. Hannes ist kein hörgeschädigtes Kind und auch die Tatsache, dass ihm seine "Nichtsprachlichkeit" Probleme beschert bzw. die Gebärden ihm schließlich helfen, ans Ziel zu gelangen, werden nicht besonders thematisiert und erschließen sich nicht automatisch. Die Reime sind holprig und wirken gezwungen. In der Geschichte sollen die Kinder einzelne Wörter erraten, die sich über den Reimklang erschließen sollen. Dies ist für hörgeschädigte Kinder kaum möglich. Gebärden sind hierbei als visuelles Kommunikationsmittel keine Unterstützung.

 

Insgesamt kann das vorliegende Bilderbuch nicht empfohlen werden.

 

Heidelberg, im April 2013

Ulrike Schmid

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