Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Individuelles Wortschatztraining mit der Computer-Lernkartei

mit Begleitbuch (96 Seiten, DIN A5, kartoniert)

Titelbild

Einzellizenz   42,– €
Schullizenz  104,– €
zzgl. Versandkosten

 

Verlag Elke Dieck

Bestellnummer 220330

Die Computer-Lernkartei ist ein Programm zum Rechtschreiblernen von Wörtern, deren Bedeutung den Schüler/innen bekannt ist. Es besteht aus zwei Teilen: Einem Verwaltungs- und Statistikteil, zu dem nur die Lehrkraft Zugang hat und der eigentlichen Lernkartei, mit der die Schüler/innen arbeiten. Diese Lernkartei arbeitet nach dem Prinzip: Wort korrekt eingeben – es wandert ein Fach weiter, Wort falsch eingegeben – es bleibt in dem Fach, Wort erneut falsch eingegeben – es wandert ein Fach zurück.

Arbeitet ein/e Schüler/in mit der Lernkartei, so erscheint das zu tippende Wort zunächst auf dem Bildschirm, er/sie kann es lesen, es nachsprechen, es fingern, es über der Tastatur in der Luft nachtippen o. Ä. Dann dreht er/sie die Karteikarte um und tippt das Wort ein. Dabei kann man bei Unsicherheiten noch einmal zurückdrehen, um sich das Wort erneut einzuprägen. Das zuvor Getippte ist dann aber verschwunden, und das Wort muss vollständig neu eingegeben werden. Ein erneutes Umdrehen ist danach nicht mehr möglich. Wird anschließend der OK-Button gedrückt, erhält der/die Schüler/in ein Feedback: einen lachenden oder weinenden Smiley, gegebenenfalls auch eine akustische Rückmeldung. War das Wort fehlerhaft, muss der/die Schüler/in in einem nächsten Schritt das Wort abtippen. Erfolgt dies nicht richtig, kann er/sie keinen anderen Arbeitsschritt machen. Das führt dazu, dass nun genau mit der Vorlage verglichen werden muss, um den oder die Fehler zu finden.

In jeder Sitzung kann jedes Wort nur einmal bearbeitet werden. Ist ein Wort fünfmal richtig geschrieben worden, wandert es in das Wörterbuch. Darüber hinaus haben die Schüler/innen die Möglichkeit, eigene Wunschwörter einzugeben. Diese werden aber erst dann in die Kartei aufgenommen, wenn sie von der Lehrkraft auf ihre korrekte Schreibweise geprüft wurden.

In dem Verwaltungsteil richtet die Lehrkraft die Zugänge für die Schüler/innen mit Namen und Passwort ein. Hier kann sie bestimmen, wie lang eine tägliche Sitzung für den jeweiligen Lernenden maximal dauern soll, ob er oder sie eine Druckerlaubnis für den Wörterbuchteil erhält, wie lange die Wörter für ein Check-Diktat gezeigt werden. Daneben werden hier die zu lernenden Wörter eingegeben. Dabei kann für die Nomen der Artikel hinzugefügt werden und zu allen Wörtern ein weiterer, erläuternder Text eingetippt werden. Dies kann z.B. ein Synonym, ein Satz, in dem das Wort vorkommt oder bei einem Verb eine flektierte Form sein. Darüber hinaus muss beim Eingeben der Wörter durch die Lehrkraft jeweils angeklickt werden, ob es sich um ein Nomen, ein Verb oder eine andere Wortart handelt. Auf den virtuellen Karteikarten werden diese Wortarten farblich unterschieden. Die Lehrkraft kann hier auch entscheiden, welche Schüler/innen das eingegebene Wort in ihre Kartei erhalten: Es handelt sich also wirklich um ein individuelles Wortschatztraining. Bei der Funktion Diktat wählt die Lehrkraft die Diktatwörter aus, die sie überprüfen möchte. In einem Protokoll kann sie sich die Ergebnisse ausdrucken.

Der Verwaltungsteil enthält auch einen umfangreichen Statistikteil. Hier kann nachgesehen werden,

    • welche Wörter sich bei welchem/r Schüler/in in welchem Fach befinden;
    • welche Fehlschreibungen bei den unterschiedlichen Wörtern einer Schülerin vorgekommen sind;
    • wie viele Versuche ein Schüler bei einem Wort hatte und vieles mehr.


Diese Daten können nach Word oder Excel exportiert und gedruckt werden.

Ich habe diese Lernkartei das erste Mal in einer Fördergruppe in Deutsch mit gutem Erfolg eingesetzt. In dieser Gruppe waren Schüler, die bis zum 5. Schuljahr einen sehr geringen Lesewortschatz hatten bzw. als Seiteneinsteiger gerade aus dem Ausland gekommen waren. Durch die Abfolge der Arbeitsschritte bei Fehlern (Abtippen, gegebenenfalls genaue Kontrolle, Verbleib im Fach bzw. Zurückwandern in das vorhergehende Fach) werden die Schüler sicher in der Rechtschreibung und auch ihr Lesewortschatz wird sicherer. Durch die Möglichkeit jedem Schüler, jeder Schülerin einen eigenen Wortschatz zuzuweisen, erhält man eine gute Möglichkeit zur Differenzierung. Mit der Statistik bekommt man einen Einblick in individuelle Schwierigkeiten. Inzwischen benutze ich diese Kartei auch im Fachunterricht für Stationsarbeit um Fachwörter in ihrer Rechtschreibung zu sichern.

Allerdings gibt es zwei kleine Nachteile:

    • Pro Rechner kann immer nur eine Lerngruppe eingerichtet werden. Arbeiten also zwei oder mehr Lerngruppen mit der Kartei auf einem Rechner muss die Lehrkraft bei der Verwaltung des Wortschatzes jedem Schüler (sie sind alphabetisch aufgelistet) den jeweils passenden Wortschatz in einem gesonderten Arbeitsschritt zuweisen und abspeichern.
    • Die Check-Diktatwörter können immer nur für die gesamte Schülerschaft, die auf einem Rechner eingegeben worden sind, ausgewählt werden. Das bedeutet, dass man – nachdem eine Gruppe die Diktatwörter ausgewählt hat – diese wieder löschen muss und der anderen Gruppe neue Wörter zuweisen muss.

Bei unseren kleinen Lerngruppen ist das sicherlich ein zu leistender Arbeitsaufwand, vor allem wenn man bedenkt, dass diese Lernkartei eine sehr gute Möglichkeit darstellt, einen Rechtschreibwortschatz aufzubauen.

Bamberg, im Dezember 2008

Dr. Renate Poppendieker

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