Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

K.L.A.R.: Na und, dann sind die eben rechts!

von  Luisa Hartmann

Titelbild

Taschenbuch mit 126 Seiten und Literaturkartei (Kopiervorlagen) mit 67 Seiten

Taschenbuch
ISBN: 978-3-8346-0506-1
Best.-Nr.: 60505
5.- €

Literaturkartei
ISBN: 978-3-8346-0505-4
Best.-Nr.: 60506
19.- €

zuzüglich Versandkosten

 

Verlag an der Ruhr

Mülheim an der Ruhr

Im Rahmen der Reihe K.L.A.R. (Kurz - Leicht - Aktuell - Real) stellt der Verlag an der Ruhr mit diesem Titel wieder ein Leichtlesebuch mit einer umfangreichen Literaturkartei (Kopiervorlagen) vor. Luisa Hartmann ist mit dem Jugendbuch Na und, dann sind die eben rechts ein ansprechender und spannender Text für die Altersgruppe von 12 bis 16 Jahren gelungen. Sie stellt die schwierige Problematik der Einbindung Jugendlicher in rechtsextreme Jugendgruppen dar.

 

Die 14-jährige Kristin wohnt zusammen mit ihren Stiefgeschwistern bei ihrer Mutter. Sie kümmert sich täglich um die kleinen Geschwister, erledigt viel Hausarbeit und fühlt sich dafür nicht richtig anerkannt. Da lernt sie Carl kennen. Er begegnet ihr mit dem Verständnis und der Aufmerksamkeit, die ihr bisher fehlten. Endlich behandelt sie einer wie eine Erwachsene. Trotz Warnungen will Kristin nicht wahrhaben, dass er und seine Freunde rechtsradikal sind. Der Leser begleitet Kristin auf ihrem schwierigen Weg, den gutaussehenden und liebevollen Freund Carl als einen kalt berechnenden Anführer einer Gruppe von Neonazis zu erleben. Erst als Kristin sieht, wie diese Typen Gewalt gegen ihre Familie und ihren alten Freund Julian einsetzen, distanziert sie sich von den falschen Kameraden.

 

Das Buch ist in altersgemäßer und leicht verständlicher Sprache geschrieben. Für leseschwache Schüler bewährt sich der Großdruck zur Erleichterung des eigenständigen Lesens. Die Geschichte ist schlüssig und emotional gut nacherlebbar dargestellt. Mit der Problematik um die Auseinandersetzung zwischen den Neonazis und den anderen Figuren steigt die Spannung spürbar an.

 

Viele hörgeschädigte Jugendliche können den Text selbstständig lesen und verstehen. Zu hinterfragen und zu erklären sind die bildhaften Ausdrücke wie „platte Hetze“ oder „Stolz keimte in ihr auf“. Durch die intensive Arbeit mit den entsprechenden Passsagen erfahren die Schüler, wie die Beeinflussung des Denkens durch die Rechtsextremen funktionieren kann.

Die kartonierte Arbeitsmappe „Literatur-Kartei“ bietet zahlreiche historische und politische Hintergrundinformationen zum Wesen und Ursprung der rechtsextremen Ideologie. Diese Materialien sind inhaltlich anspruchsvoll und eignen sich für informative Phasen. Andere Arbeitsblätter unterstützen die Leseleistung und das Textverständnis. Aus den Übungsblättern lässt sich eine Auswahl zusammenstellen, die den spezifischen Unterrichtszielen entspricht. Eine komplette Umsetzung des Angebotes würde sehr viel Zeit beanspruchen. Insgesamt ist das Material der Literaturkartei als Anregung für die Arbeit mit hörgeschädigten Schülern gut geeignet.        

 

Erfurt, im September 2011

Angela Kühmel

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