Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

 

Maria Stuart

Titelbild des Heftes

 

 

Ein Leseprojekt nach dem Drama von Friedrich Schiller
für die Schule bearbeitet von Diethard Lübke

 

aus der Reihe: ... einfach klassisch

 

Schülerheft, kartoniert: 112 Seiten

Preis: 3,60 €

 

Verlag: Cornelsen (2009)

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-464-60973-6

 

 

Das Konzept der Reihe ... einfach lesen  ... weiterlesen

Maria Stuart, die schottische Königin wird verdächtigt, von der Ermordung ihres Gemahls gewusst zu haben und flieht von Schottland nach England. Dort wird sie von Königin Elisabeth I. gefangen genommen und viele Jahre eingesperrt. Sie befürchtet, dass Maria, die genau wie sie vom englischen König Heinrich VII. abstammt, Anspruch auf den englischen Thron erheben könnte. Es kommt zu einem Treffen der streng katholischen Maria Stuart mit der anglikanischen Elisabeth I., das jedoch nicht zu einer Versöhnung führt, sondern die Kluft zwischen beiden stolzen Königinnen soweit verstärkt, dass Elisabeth anschließend das Todesurteil über Maria unterschreibt. Doch obwohl sie sich vor der Vollstreckung noch scheut, unternimmt sie auch nichts, ihre eifrigen Gefolgsleute daran zu hindern. Maria stirbt voller Stolz und mit ihrem Glauben und sich im Reinen, während sich die engsten Vertrauten Elisabeths I. von ihr abwenden.

Besonders hilfreich bei der Rezeption ist eine einseitige, kurzweilige Einführung, die wesentliche Aspekte zur Entstehungszeit des Werkes, der Wirkungsabsicht des Autors und Teilinhaltsangaben liefert. Im vorliegenden Werk werden die beiden historischen Hauptfiguren Elisabeth und Maria, sowie deren familiärer Hintergrund und der Konflikt, in dem sie sich befinden kurz erläutert.

Diese Einführung verringert einerseits die zeitliche Distanz des Geschriebenen zur Erfahrungswelt des jugendlichen Lesers und macht andererseits neugierig auf die folgende Geschichte.

 

Trotz dieser Erleichterungen bleibt das bearbeitete Trauerspiel ein anspruchsvoller Klassiker. Es ist bei hörgeschädigten Schülern, die einen Mittleren Schulabschluss anstreben bzw. Schülern der Sekundarstufe II einsetzbar, wenn diese auch ein gutes Sprach- und Leseverständnis besitzen. Die meisten Schüler benötigen zum Verständnis zusätzliche Wörterlisten bzw. ein deutsch-deutsches Wörterbuch. Viele komplizierte Satzkonstruktionen und heute ungebräuchliche Verwendung von Wortbedeutungen und Sprachstrukturen verlangen vom jugendlichen Leser eine hohe Kompetenz ab. Die für die Schüler ungewöhnliche Dialogform erschwert das Verständnis eventuell zusätzlich. Es ist vorstellbar, diese Lektüre der gesamten Lerngruppe anzubieten oder sie im Rahmen der Differenzierung zu verwenden. 

 

Zusätzlich in Fußnoten eingefügte Worterklärungen, sachbezogene Infoblöcke und produktive Aufgabenstellungen am Ende von größeren Leseabschnitten fördern das Leseverständnis und das gedankliche Durchdringen der Geschichte. Aufgelockert wird das Leseerleben durch einige Fotos von Theateraufführungen. Viele Schüler werden sich die Lektüre zwar nur mühevoll erarbeiten können, haben damit aber eine gute Grundlage, sich in die handelnden Personen hineinzuversetzen und sich eine Meinung zu den im Text verhandelten Problemen zu bilden.

 

Hamburg, im November 2013

Ulrike Schmid

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