Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

 

Romeo und Julia auf dem Dorfe

Titelbild des Heftes

 

 

Ein Leseprojekt nach der Novelle von Gottfried Keller
für die Schule bearbeitet von Diethard Lübke

 

aus der Reihe: ... einfach klassisch

 

Schülerheft, kartoniert: 80 Seiten

Preis: 2,50 €

 

Verlag: Cornelsen (2003)

Sprache: Deutsch

ISBN-13:  978-3-464-60971-2

 

 

Das Konzept der laufend erweiterten Reihe wird auf der Webseite des Cornelsen-Verlages so beschrieben:

„Viele Jugendliche finden heute keinen Zugang mehr zu klassischen Texten. Das Verständnis und das Lesevergnügen scheitern oft an den sprachlichen Hürden. Die Reihe ...einfach klassisch macht auch ungeübte Leserinnen und Leser mit klassischen Stoffen bekannt und versucht, ihr Leseinteresse zu wecken.

  • Die Originaltexte sind behutsam gekürzt und sprachlich vereinfacht, ungebräuchliche Wörter durch geläufige ersetzt, schwer verständliche Satzkonstruktionen aufgelöst.
  • Die Bearbeitung hält sich dabei so nah wie möglich an das Original, um literarische Eigenart und Intention der ursprünglichen Fassung zu erhalten.
  • Eine zeitgemäße Gestaltung, zweifarbiger Druck, Bilder und Fotos, Info-Kästen, klare Gliederung der Texte in Abschnitte sowie Verständnisfragen nach jedem Abschnitt helfen bei der Lektüre.

Die Praxis hat gezeigt: ...einfach klassisch erleichtert den Zugang zu klassischen Texten und weckt Lesevergnügen, was sich positiv auf den Unterricht auswirkt.“

 

Gottfried Keller schrieb die Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe angeregt durch eine Zeitungsmeldung der Züricher Freitagszeitung vom 3. September 1847. In dieser Meldung wurde ein junges Liebespaar, das gemeinsam den Freitod durch Ertrinken suchte, vom Reporter mit harten Worten als unmoralisch und hemmungslos bezeichnet.

 

Gottfried Keller zeigt nun in seiner Novelle, wie es zu der Entscheidung der jungen Leute kommt: Während Sali und Vrenchen als kleine Kinder friedlich zusammen spielen, beginnen ihre Väter einen erbitterten Rechtsstreit um einen Acker, in dessen Verlauf beide Familien verarmen. Als die beiden einander als junge Erwachsene zufällig wiederbegegnen, verlieben sie sich ineinander. Der Vater von Vrenchen entdeckt diese Liebe und versucht seine Tochter mit Gewalt von Sali zu trennen. Dieser schlägt ihren Vater mit einem Stein nieder. Danach wollen sich Sali und Vrenchen noch einen letzten schönen gemeinsamen Tag gönnen, an dessen Ende sie gemeinsam den Tod im Fluss suchen.

 

Wie alle Bände dieser Reihe hat der Bearbeiter, Diethard Lübke, auch diesen Text behutsam dem heutigen Sprachgebrauch angepasst bzw. die Sprache leichter verständlich gemacht und Textpassagen gestrichen (hier den langjährigen Rechtsstreit der Väter sowie Vrenches Phantasie einer Bauersfrau gegenüber), Worterklärungen in Fußnoten und Infoboxen zu heute für junge Leser und Leserinnen unverständlichen Bräuchen etc. eingefügt. Illustrationen von Tanja Székessi sind eine weitere Verständnishilfe.

 

Am Schluss des Bändchens sind die Zeitungsmeldung und Gottfried Kellers Nachwort zu dieser Novelle abgedruckt.

Im hinteren Klappentext findet sich ein tabellarischer Vergleich dieser Novelle zu Shakespeares Tragödie Romeo und Julia.

 

Der Einsatz in lesestarken Gruppen von Hörgeschädigten ist mit Hilfe von zusätzlichen Worterklärungslisten gut vorstellbar.

 

Heidelberg, im April 2013

Dr. Renate Poppendieker

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