Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen



Sophie Scholl – die letzten Tage

Marion Döbert

Kurzfassung in Einfacher Sprache

nach der Drehbuchvorlage von Fred Breinersdorfer

Spaß am Lesen Verlag 2014

ISBN: 978-3-9446688-34-5

Taschenbuch € 16,00

116 Seiten

 

www.spassamlesenverlag.de

Zum Inhalt:

Das Buch erzählt das Schicksal von Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst beginnend kurz vor ihrer Verhaftung bis zur Vollstreckung ihres Todesurteils.

Sophie und Hans Scholl werden bei dem Versuch, Flugblätter der „Weißen Rose“, die Hitlers Nazi-Regime scharf angreifen und zum Widerstand aufrufen, in der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität vom Hausmeister beobachtet und verraten. Es kommt zur Verhaftung der beiden.

Der Leser erfährt nun von den stundenlangen Verhören Sophie Scholls, bei denen sie die Namen ihrer Mitstreiter in der „Weißen Rose“ bekannt geben soll. Doch Sophie nimmt, genau wie ihr Bruder, alle Verantwortung auf sich und bleibt dabei, mit Hans allein gehandelt zu haben. So gelingt es ihr, die anderen Mitglieder der „Weißen Rose“ zunächst vor einer Verhaftung zu bewahren. Einzig Christoph Probst wird durch ein von ihm geschriebenes Flugblatt, welches Hans Scholl bei sich trug, überführt, ebenfalls verhaftet und zum Tode verurteilt.

Während der zahlreichen Verhöre räumt der Polizist Mohr Sophie Scholl die Möglichkeit ein, nicht verurteilt zu werden, wenn sie aussagen würde, dass sie von ihrem Bruder unwissend in die Sache mit reingezogen worden wäre. Doch Sophie Scholl lehnt diese „goldene Brücke“ ab und übernimmt im vollen Bewusstsein der Konsequenzen die hundertprozentige Verantwortung ihres Tuns.

Die Todesurteile werden bereits einen Tag nach dem Prozess vollstreckt. Das Buch endet damit, dass danach Flugzeuge aus England kommen und Tausende von Flugblättern der „Weißen Rose“, die nach England geschmuggelt wurden, über München abwerfen.

 

Zum Aufbau:

Das Buch ist in Einfacher Sprache geschrieben und hat das Drehbuch von Fred Breinersdorfer zum gleichnamigen Film zur Grundlage.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Sophie Scholl im Präsens erzählt. Die Sätze sind kurz und prägnant ohne Nebensatzkonstruktionen. Der Satzanfang geht fast immer mit dem Zeilenanfang einher. Der Text ist durch viele Absätze übersichtlich gegliedert. Ein großer Zeilenabstand erleichtert das Lesen zusätzlich.

Zusammengesetzte Nomen und Adjektive sind im Schriftbild teilweise mit Bindestrich getrennt. Dies erleichtert dem schwachen Leser das Inhaltsverständnis, kann aber in einzelnen Fällen bei hörgeschädigten Lesern auch verwirren (Bsp. Buch-Halterin).  Seltene Wörter, Fachbegriffe, feststehende Redewendungen und auch geschichtliche Namen sind im Text unterstrichen und werden in einem Anhang genauer erläutert. Dort finden sich diese Wörter chronologisch aufgelistet und mit der entsprechenden Seitenzahl versehen.

 

Zur Verwendbarkeit im Unterricht:

Die Lektüre eignet sich aufgrund der sprachlichen Klarheit und der Worterklärungen gut für den Unterricht mit Hörgeschädigten in der Sekundarstufe eins und zwei. Inhaltlich bleibt es trotz der Vereinfachung und Verkürzung nahe an der Vorlage, dem Drehbuch von Fred Breinersdorfer. Somit wäre, obwohl es sich um verschiedene Textsorten (Erzählung und Drehbuch) handelt, auch eine parallele Bearbeitung in inklusiven Settings möglich.  Der dazugehörige Film (mit Untertiteln) bietet eine wertvolle Ergänzung zur fächerübergreifenden Behandlung dieses wichtigen Themas im Deutsch- und Geschichtsunterricht.

 

Heidelberg, im November 2016

Ulrike Schmid

 

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