Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

SPRACHE und SPRECHEN
für hochgradig Hörgeschädigte (Klassen 5 bis 10)

 

von Konrad Brechmann


zu beziehen über:

Verein der Eltern und Freunde der Gehörlosenschule Bielefeld e.V., 
Bökenkampstraße 15, 33613 Bielefeld

 

Die hier vorliegende Veröffentlichung von Konrad Brechmann stellt eine interaktionistische Übungsmethode für hochgradig Hörgeschädigte dar, die mit Hilfe der Deutschen Gebärdensprache die freie Verfügbarkeit von Satzbauplänen der Lautsprache erhöhen und zur Entwicklung von Spontan(laut)sprache beitragen soll.

Brechmann nennt als Voraussetzungen für den Gebrauch des Übungsheftes
· ein gesichertes Wortwissen in der Lautsprache mit Unterscheidung der Wortarten Adjektiv, Substantiv und Verb,
· ein peripheres Wissen um Satzbaupläne in der Lautsprache und
· eine altersadäquate Gebärdensprachkompetenz, vor allem im Bereich des Lexikons.

Beim Einsatz im Unterricht hochgradig hörgeschädigter Jugendlicher ist nach einer Eingewöhnungszeit vor allem im Hinblick auf die schriftliche Notation der Gebärdensprache und auf den gegebenenfalls notwendigen Ausbau des verfügbaren Grundwortschatzes in der Lautsprache bei dieser Übungsmethode eine gute Motivation bei den Schülerinnen und Schülern zu beobachten.

Der vergleichende Einsatz von Gebärden und Sprechen schärft die Aufmerksamkeit der Jugendlichen hauptsächlich für die richtige Verwendung von
· Artikel,
· Konjunktionen,
· Präpositionen und
· Orts- und Zeitangaben.

Die von Brechmann vorgelegte Übungsmethode scheint vorwiegend hilfreich beim Ausbau einer Lautsprachkompetenz hinsichtlich Grundwortschatz und Verfügbarkeit von Satzbauplänen für Jugendliche zu sein, die sich mehr an der Gebärdensprache als an der Lautsprache orientieren. Da diese Methode jedoch über eine längere Phase Unterrichtszeit bindet, ist eine Entscheidung für oder gegen den Einsatz auch unter zeitlichen Aspekten zu treffen. 

Nach ersten Erprobungen ist dieses Übungsheft als ein brauchbares Lernmittel zur Arbeit an der Erweiterung der Lautsprachkompetenz hochgradig Hörgeschädigter anzusehen. Zu wünschen wäre aber neben einer durchgängigen Seitennummerierung eine leichtere Kopierbarkeit der Seiten, welche durch die Bindungsart erschwert wird oder die Herausgabe in digitaler Form.

 

Düsseldorf, 21.05.2001

 

siehe auch Stellungnahme von 2008

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