Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

 

Sprechende Hände

Die Geschichte der Helen Keller

Joseph Lambert

Graphic Novel

88 Seiten


ISBN: 978-3-7704-5519-5

€ 19,99

 

http://www.egmont-graphic-novel.de/

 

 

In dieser Graphic Novel – die irreführender Weise – den Untertitel Die Geschichte der Helen Keller trägt, werden Aspekte der Lebensgeschichten von Helen Keller und ihrer Lehrerin Annie Sullivan miteinander verschränkt. Sie beginnt mit dem Eintreffen von Sullivan bei der Familie Keller und endet mit der Befragung Helens vor einem Ausschuss des Perkins-Blindeninstituts, weil die Autorenschaft einer unter ihrem Namen veröffentlichten Geschichte in Frage gestellt wird. Immer wieder wird Sullivan auf ihrem Weg mit Helen an ihre eigene Geschichte erinnert. Dies geschieht in erinnernden Rückblenden, die durch die Konfrontationen mit Helen oder auch deren Eltern hervorgerufen werden.

Durch zeichnerische Mittel, u.a. das der Farbgebung, gelingt es Lambert eindrucksvoll die Gefühlswelt aller Beteiligter darzustellen. Helens Gefangensein in ihrer Taubblindheit bevor sie die Macht der Sprache entdeckt, die überbehütenden Gefühle der Eltern Helen gegenüber, die Zweifel von Annie Sullivan an ihren Fähigkeiten und ihre traumatischen Erinnerungen an ihren eigenen Weg. Die Darstellung der manuellen Kommunikation zwischen Sullivan und Helen erfolgt unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten absolut korrekt. Auch wer die Geschichte von Helen Keller und ihrer Erziehung durch Annie Sullivan schon kennt, kann durch diese Graphic Novel noch etwas Neues erfahren.

Im DGS-Unterricht oder im Fach Gehörlosenkultur ist die Lebensgeschichte Helen Kellers ein Standardthema. Oft wird sie auch schon in der Grundschule behandelt. Dabei können ausgewählte Bilder aus dieser Graphic Novel jüngeren Schüler / innen die emotionale Welt Helens unterstützend nahebringen. Für ältere kann sie als Ganzschrift gewinnbringend eingesetzt werden.

 

München, im Mai 2016

Dr. Renate Poppendieker

 

 

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