Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Taube Nuss

Titelbild des Buches

Nichtgehörtes aus dem Leben eines Schwerhörigen

von Alexander Görsdorf


rowohlt Polaris, Reinbek bei Hamburg, 2013

 

256 Seiten
ISBN 978-3-499-61600-6


Paperback  € 12,99
E-Book € 10,99

zzgl. Versandkosten

Aus dem Klappentext:

„Alexander Görsdorf ist schwerhörig, und Schwerhörigkeit sieht man nicht. Deshalb muss er im Alltag nicht nur regelmäßig «Wie bitte?» fragen, sondern ist auch froh, wenn es ihm gelingt, unfallfrei einen Kaffee zu bestellen. Immerhin: Frauen stehen auf ihn, denn er schaut ihnen auf die Lippen wie kein anderer. Witzig, selbstironisch und ohne falsche Scham erzählt Alexander Görsdorf aus seinem Leben als Schwerhöriger, das ihn immer wieder in schräge Situationen führt, aber auch in fremde Länder und schließlich unters Messer der Hightech-Medizin.“

Neben den rund 40 Episoden aus dem Leben des Autors enthält das Werk ein etwa ein Jahr umfassendes Tagebuch, das die unmittelbare Zeit nach seiner CI-Operation dokumentiert.

Dieses Buch beeindruckt und überrascht positiv. Die Leichtigkeit und die witzige Sprache mit denen der Autor seine (manchmal auch tragischen) Geschichten ohne anzuklagen erzählt, machen das Werk zu einer angenehmen Lektüre.  Durch die Genauigkeit und Intensität seiner Selbstreflexionen schafft er es, ohne zu dozieren, tägliche Probleme, die das Leben mit einer Schwerhörigkeit mit sich bringt, Nichtbetroffenen nahe zu bringen.
Gleichzeitig zeigt er immer wieder auf, wohin falsche Bewältigungsstrategien führen.
Die bildlichen Beschreibungen der Höreindrücke nach der CI-Operation sind großartig.

„Taube Nuss“ ist hervorragend geeignet, die Identitätsbildung hörgeschädigter, lautsprachlich kommunizierender Schüler zu unterstützen. Es ist möglich, auch einzelne Episoden auszuwählen. Die Schüler benötigen eine gute Lesekompetenz.
Darüber hinaus ist das Werk allen zu empfehlen, die mit schwerhörigen Menschen regelmäßig in Kontakt sind, da es für deren spezifische Bedürfnisse sensibilisiert.

 


Essen, im November 2014
Kathleen Wengler

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