Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

Topmodel

Angst vor der Waage 

 
von Marianne Höhle

 

(Übersetzung aus dem Niederländischen mit gleichem Titel)

 

In Einfacher Sprache aus dem Projekt Bücher in Einfacher Sprache
des Spass am Lesen Verlages in der Kategorie Reality - Reihe für Jugendliche


Münster, 2011


ISBN 978-3-9813270-3-8

 

Hardcover, 150 Seiten

13.- € zzgl. Versandkosten

 

www.einfachebuecher.de

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Topmodel handelt von Kiia, einem großen, dünnen Mädchen, das mit 14 Jahren als Model entdeckt wird. Beschrieben wird Kiias Aufstieg in die internationale Modewelt, angestachelt durch die Mutter und die Verlockung von Geld und Ruhm. Als ihr Körper mit 16 durch seine natürliche Entwicklung nicht mehr den üblichen Modelmaßen entspricht, entwickelt Kiia eine bulimische Magersucht. Nach einem Zusammenbruch auf einer Modenschau wird sie in Italien in ein Krankenhaus eingeliefert und lernt dort Jessica, ein krebskrankes Mädchen kennen, das ihr eine Freundin wird. Durch diese Freundschaft und dem mutigen Schritt mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, schafft Kiia die Wende: Sie überwindet ihre Krankheit und kehrt zu einem normalen Leben zurück. So beendet sie auch die vorher abgebrochene Schule und findet einen Freund. Jessica, mit der sie sich per E-Mail
schreibt, stirbt am Ende.

Das Buch hat 43 kurze Kapitel und 6 fotorealistische, ganzseitige Illustrationen, die die Sinnerfassung unterstützen.

Der Text entspricht den Prinzipien von Einfacher Sprache: Er ist absatzweise gut gegliedert. Die Sätze sind kurz. Im Höchstfall gibt es Konstruktionen aus Haupt- und nachgestelltem Nebensatz. Die Erzählzeit ist das Präsens. In den meisten Fällen beginnt ein neuer Satz in einer neuen Zeile. Der Text ist somit für schwache Leser/-innen sehr gut geeignet. Leseschwache Gehörlose bräuchten eine ergänzende Wörterliste.

Textvereinfachungen und -verkürzungen haben oft eine fehlende Lebendigkeit und verminderte Identifikationsmöglichkeit mit den Protagonisten zur Folge. So blieb auch mir die Figur der Kiia trotz Bemühungen, das Geschehen vielschichtig darzustellen, insgesamt distanziert und fremd. Über weite Strecken des Buches ist der erklärende Erzähler sehr präsent. Dadurch wird die Handlung zwar schneller vorwärts gebracht, andererseits wird dem geübten Leser der Anreiz genommen, dies selbst aus den verbalen und nonverbalen Handlungen der Figuren zu erschließen.

Erfurt, im Mai 2015

Kathleen Wengler

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