Fachkommission Lehr- und Lernmittel für den Unterricht Hörgeschädigter an Schulen für Hörgeschädigte und an allgemeinen Schulen

 

Unterm Birnbaum

 

 

Ein Leseprojekt nach der Kriminalnovelle von Theodor Fontane
für die Schule bearbeitet von Diethard Lübke

 

aus der Reihe: ... einfach klassisch

 

Schülerheft, kartoniert: 96 Seiten

Preis: 3,60 €

 

Verlag: Cornelsen (2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3-464-60951-4

 

 

Ein Ehepaar leitet ein Wirtshaus und einen Krämerladen im 19. Jahrhundert. Durch die Spielsucht des Mannes entstehen hohe Schulden. Um diese zu begleichen, begeht das Ehepaar ein Verbrechen. Zunächst werden sie zwar verdächtigt, aber durch geschicktes Planen und Handeln nicht überführt. Der Kriminalfall findet aber ein überraschendes Ende.

Das Konzept der laufend erweiterten Reihe wird auf der Webseite des Cornelsen-Verlages so beschrieben:

„Viele Jugendliche finden heute keinen Zugang mehr zu klassischen Texten. Das Verständnis und das Lesevergnügen scheitern oft an den sprachlichen Hürden. Die Reihe ...einfach klassisch macht auch ungeübte Leserinnen und Leser mit klassischen Stoffen bekannt und versucht, ihr Leseinteresse zu wecken.

  • Die Originaltexte sind behutsam gekürzt und sprachlich vereinfacht, ungebräuchliche Wörter durch geläufige ersetzt, schwer verständliche Satzkonstruktionen aufgelöst.
  • Die Bearbeitung hält sich dabei so nah wie möglich an das Original, um literarische Eigenart und Intention der ursprünglichen Fassung zu erhalten.
  • Eine zeitgemäße Gestaltung, zweifarbiger Druck, Bilder und Fotos, Info-Kästen, klare Gliederung der Texte in Abschnitte sowie Verständnisfragen nach jedem Abschnitt helfen bei der Lektüre.

Die Praxis hat gezeigt: ...einfach klassisch erleichtert den Zugang zu klassischen Texten und weckt Lesevergnügen, was sich positiv auf den Unterricht auswirkt.“

 

Das Heft hat ausklappbare Umschlagseiten mit einer Aufstellung der handelnden Personen, die somit beim Lesen ständig präsent sein kann. Das Heft enthält eine Inhaltsübersicht. Beides trägt dazu bei, dass der Leser nicht die Übersicht über den Text verliert und vorzeitig aufgibt. Die kurze Einführung beschreibt grob die Gegend und das Dorf, wo die Geschichte spielt. Theodor Fontane wuchs in der Gegend auf und konnte sich damit gut in die Lebenswelt der handelnden Personen hineinversetzen. Durch Hinweise auf heute noch bestehende Handlungsorte  verringert der Bearbeiter Diethard Lübke einerseits die zeitliche Distanz der Geschichte zur Erfahrungswelt des jugendlichen Lesers und motiviert andererseits zum Erlesen des "spannenden Kriminalfall(es)".

 

Trotz dieser Erleichterungen bleibt die bearbeitete Novelle ein anspruchsvoller Klassiker. Die Novelle ist bei hörgeschädigten Schülern, die einen Mittleren Schulabschluss anstreben bzw. Schülern der Sekundarstufe II einsetzbar, wenn diese auch ein gutes Sprach- und Leseverständnis besitzen. Die meisten Schüler benötigen zum Verständnis zusätzliche Wörterlisten bzw. ein deutsch-deutsches Wörterbuch. Viele komplizierte Satzkonstruktionen und heute ungebräuchliche Verwendung von Wortbedeutungen und Sprachstrukturen verlangen vom jugendlichen Leser eine hohe Kompetenz ab. Es ist vorstellbar, diese Lektüre der gesamten Lerngruppe anzubieten oder sie im Rahmen der Differenzierung zu verwenden. Die stets hochgehaltene Spannung der Geschichte unterstützt die Lesemotivation sehr.

 

Zusätzlich in Fußnoten eingefügte Worterklärungen, sachbezogene Infoblöcke und produktive Aufgabenstellungen am Ende von größeren Leseabschnitten fördern das Leseverständnis und das gedankliche Durchdringen der Geschichte. Aufgelockert wird das Leseerleben durch einige, zum Inhalt passende Zeichnungen. Viele Schüler werden sich die Lektüre zwar nur mühevoll erarbeiten können, haben damit aber eine gute Grundlage, sich in die handelnden Personen hineinzuversetzen und sich eine Meinung zu den im Text verhandelten Problemen zu bilden.

 

Zu der vorliegenden bearbeiteten Novelle bietet der Cornelsen-Verlag hilfreiches didaktisches Material zum Download auf seiner Internetseite an.

 

 

Trier, im April 2012

Karl-Heinz Pferdekämper

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